Häufig ist trotz wiederhergestellter Beweglichkeit und reizlosem Gelenk ein – in Abhängigkeit von der Belastung – auftretendes Instabilitätsgefühl mit spontanen Wegknicken des Beines bzw. des Kniegelenkes, ein sogenanntes „Giving way“.
Bei Auftreten dieser Symptomatik ist eine Operation zur Stabilisierung des vorderen Kreuzbandes zwingend notwendig, um nicht Begleitverletzungen an Knorpel oder Menisken zu riskieren.
Sollten von Anfang an Begleitverletzungen der Menisken oder Seitenbänder oder des Knorpels vorhanden sein, ist eine operative Therapie zu empfehlen.
Eine zweizeitige Operation kann notwendig werden, wenn mehrere Seitenbänder und Menisken verletzt sind, so dass primär eine sogenannte Rahmenversorgung in einem 1.Eingriff durchgeführt werden muss, weil initial dann eine sehr vorsichtige und langsame Nachbehandlung erfolgen sollte.
Eine zweite Operation ist dann für die vordere Kreuzband Plastik notwendig.
Einfache Verletzungen der Meniskus und Knorpel können auch in einem einzigen Eingriff mit der vorderen Kreuzbandplastik zusammen erfolgen.
Die vordere Kreuzbandplastik wird in der Regel mit autologen Sehnen durchgeführt d.h. es werden Sehnenanteile aus Oberschenkel Vorder- oder Rückseite oder aus der Patellasehne entnommen. Diese werden dann minimalinvasiv über kleine Hautschnitte sowie durch eine Arthroskopie anatomisch an die Stelle der Originalkreuzbänder eingesetzt und über Knochentunnel mit Implantaten verankert.
In der Nachbehandlung kommen spezielle Knie-Orthesen, Muskelstimulationsgeräte und Bewegungsschienen zum Einsatz.
Darüber hinaus ist ein intensives mehrmonatiges Kraft- und Koordinationstraining sowohl unter Anleitung als auch eigenständig notwendig.
Der sportliche Wiederaufbau und Wiedereinstieg in die Primärsportart ist individuell zu gestalten, bedarf aber in der Regel mehrere Monate.
Die Operation, die hintere Kreuzbandplastik ist technisch höchst anspruchsvoll, der Aufwand deutlich höher als bei einer vorderen Kreuzband Plastik. Die hintere Kreuzbandplastik sollte nur von Spezialisten mit entsprechender Erfahrung durchgeführt werden.
Die angewandten OP Techniken sind vergleichbar mit der vorderen Kreuzbandplastik. Es werden auch hier autologe Sehnen aus Oberschenkel Vorder- oder Rückseite verwendet und diese über Bordkanäle an die anatomisch korrekte Lage eingebracht.
Die Nachbehandlung ist langwierig und aufwändig mit mehr monatigem Tragen von Orthesen und konsequentem Kraft-, Bewegungs- und Belastungsaufbau.