Der Knorpel stellt die oberflächliche Schutzschicht in den Gelenken da. Er hat die Funktion die Oberfläche zu versiegeln, den Druck zu verteilen zum Schutz des Knochens und des umliegenden Gewebes. Der Knorpel ist nicht selbst durchblutet, sondern wird von der Umgebungsflüssigkeit, die durch die Schleimhaut gebildet wird, ernährt, sowie über den Knochen und dessen Blutbahnen. Schädigungen des Knorpels kann der Körper nicht selbst reparieren.
Die Knorpelschädigungen werden in vier schwere Grade eingeteilt:
Grad 1: Erweichung
Grad 2: Auffaserung, kleine Einrisse
Grad 3: Auffaserung und größere Risse/Unregelmäßigkeiten
Grad 4: tiefer, vollständiger Knorpelverlust
Bei Grad eins und Grad zwei Knorpelschädigungen ist eine konservative Therapie sinnvoll. Es gilt eine Bewegungsanalyse durchzuführen, Belastungen entsprechend zu reduzieren.
Orthopädische Hilfsmittel wie Einlagen und Orthesen können helfen Belastungen zu reduzieren und trotzdem funktionell mit dem Knie arbeiten zu können.
Bei Reizzuständen und Schwellungen, welche dauerhaft den Knorpel schädigen könnten, kann es auch notwendig sein, Medikamente einzunehmen.
Zur Reduktion der Oberflächenspannung kann es sinnvoll sein mit Injektionen wie Hyaluronsäure oder PRP (sog.“Eigenbluttherapie“) zu arbeiten.
Sportliche Betätigung zur Kräftigung des Knochens und der Muskeln sowie Gewichtsreduktion und gesunde Ernährung sollten Bestandteil eines ganzheitlichen Therapiekonzepts sein.
Operativ können je nach Lage und Größe und Ausdehnung des Knorpelsschadens verschiedene Methoden möglich sein:
State oft he Art ist die zweizeitige Knorpelzelltransplantation. Hier gibt es am Knie sehr gute 35 Jahres Langzeit-Ergebnisse.
Nach einer Knorpelbehandlung ist eine mehrwöchige Entlastung an Unterarmgehstützen zur Gewährleistung der Einheilung des Knorpels beziehungsweise Regeneration des Knorpels notwendig unter Thromboseprophylaxe.
Im Rahmen von Knorpeltherapien, sollte auch wann immer möglich eine Ursachenanalyse wie es zu den Knorpelschäden gekommen ist erfolgen, z.B. Beinachsen-Vermessung, Gangbildanalyse, u.a., da eine Abweichung von Beinachsen wie X- oder O-Fehlstellung zum Entstehen der Knorpelschädigung beigetragen haben könnte.